IMPRESSION
MOMENTE EINFANGEN UND IHRE FÄHIGKEITEN VERBESSERN
SPORTS
300–600mm F4 DG OS
von Adam Klingeteg
Ich hatte kürzlich das grosse Vergnügen, dieses brandneue Ultra-Telefoto-Objektiv von Sigma zu testen. Ohne wirklich viel darüber zu wissen oder zu wissen, was mich erwarten würde, war es natürlich die Grösse, die mir als Erstes auffiel, als ich es in natura sah. Es ist ein grosses Objektiv mit einem ordentlichen Gewicht, was angesichts der Menge an Glas, die darin steckt, um über den gesamten Bereich bei F4 bleiben zu können, natürlich ganz normal ist. Aber es fühlt sich nicht sperrig an – nur sehr solide und durch und durch gut verarbeitet.
Jede Bewegung und jeder Schalter am Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports lässt sich sehr leicht bedienen und fühlt sich robust an – etwas, worauf ich bei einem Objektiv immer achte. Wenn es sich gut anfühlt, ist es in der Regel auch gut. Und dieses Objektiv bildet da keine Ausnahme. Der Griff ist perfekt platziert, um das Gewicht beim Tragen oder bei Handaufnahmen auszugleichen, was ich während des gesamten Shootings ohne jegliche Probleme tun konnte. Das verdanke ich vor allem dem leistungsstarken optischen Stabilisator, der über den gesamten Zoombereich hinweg hervorragend funktioniert. Und ich benutze beim Fotografieren wirklich ungern Stative, da ich mich dadurch irgendwie eingeengt fühle. Ich ziehe es viel lieber vor, frei zu sein und schnell den Standort oder den Winkel wechseln zu können.
Das konnte ich bei diesem Test-Shooting zusammen mit dem Skisportler William Larsson in Åre, Schweden, in der Praxis ausprobieren. Åre ist bekannt für seine sehr schnellen Wetterwechsel, und dieser Tag bildete da keine Ausnahme. Oben auf dem Berg hatten wir ein bisschen Sonne, Schneefall, Windböen bis zu 30 m/s und Regen. Das perfekte Szenario, um dieses Objektiv zu testen.
Als ich in der Gegend Ski fuhr und nach gutem Schnee zum Kurvenfahren suchte, trug ich das Objektiv meist am Griff, um so schnell wie möglich zur Stelle zu sein, wenn sich eine Gelegenheit bot. Und diese rauen Wetterbedingungen waren für das Objektiv ein Kinderspiel. Man spürt, dass es für den Einsatz im Freien gemacht ist und dass man sich darauf verlassen kann, dass es liefert, wenn man es braucht. Die grosse Lens Hood hält die Frontlinse sauber und makellos.
Normalerweise benutze ich nicht allzu oft Telefoto-Objektive, nicht einmal beim Fotografieren von Skifahrern, daher war es eine spannende Herausforderung, mehr auf die Details zu achten, anstatt die gesamte Szene zu zeigen.
Einen Schritt zurücktreten, den Gesamtüberblick zu behalten und dann schnell auf eine bestimmte Kurve oder einen Trick heranzuzoomen, ist eine grossartige Möglichkeit, sich einen vollständigen Überblick über die Szene zu verschaffen und neue Dinge zu entdecken, die man vielleicht nicht sehen würde, wenn man zu nah dran wäre.
Der schnelle Autofokus ermöglichte es, den Skifahrer im Fokus zu halten, während er sich den Berg hinunterdrehte, sowohl beim Verfolgen von der Seite als auch wenn er auf die Kamera zu- oder von ihr wegfuhr. Das war ein kurzer, aber schöner Ausflug, und ich kann es kaum erwarten, noch mehr mit diesem Objektiv zu experimentieren!
Als ich die Fotografie für mich entdeckte, hat bei mir einfach alles auf einmal gepasst. Ich bin vor etwa 15 Jahren in diese Welt eingetreten, als ich zusammen mit einigen Schulfreunden anfing, Skifahren zu fotografieren, und hatte sofort das Gefühl, dass ich tun konnte, was ich wollte, und tatsächlich Szenen so gestalten oder zeigen konnte, wie ich sie sah.
Ich habe meinen fotografischen Stil ziemlich schnell gefunden und seitdem habe ich einfach angefangen, diesen Look in verschiedenen Situationen auszuprobieren, während ich versuchte, meiner Vision zu vertrauen. Seitdem hat er sich sicherlich ein wenig weiterentwickelt, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich im Grunde genommen auf die gleiche Weise fotografiere, egal ob es sich um ein grosses Mode-Shooting handelt oder um Skifahren mit Freunden in den Alpen. Einen Moment einfangen, meist den zwischen den „perfekten“, auf natürliche, aber herausragende Weise.
Mein ganzes Leben dreht sich mittlerweile ziemlich stark um die Fotografie, mit vielen Freunden, die ich durch verschiedene Jobs oder Projekte kennengelernt habe. Sie bieten mir viel Inspiration, und der Drang, immer noch einen Schritt weiter zu gehen und „mehr zu tun“, ist immer da. Nicht im Sinne eines Wettbewerbs, sondern eher so, dass ich, wenn ich sehe, wie jemand anderes etwas tut, das über das Normale hinausgeht (nicht nur mit KAMERAS, ganz allgemein gesprochen), immer das Gefühl bekomme, dass ich auch härter arbeiten und mehr schaffen möchte.
Das Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports eignet sich gut für alle, die die Dinge (im wahrsten Sinne des Wortes) noch ein bisschen weiter vorantreiben und Momente perfekt einfangen wollen. Von Sportfotografie über Tierfotografie bis hin zu kreativen Aufnahmen. Ein solches Zoom-Objektiv mit einer sehr grossen und soliden Blende in einer dennoch handlichen Grösse findet man sonst nirgendwo. Es gibt dir die Möglichkeit, entweder neue Dinge auszuprobieren oder einfach deine eigenen Fähigkeiten zu verbessern.
ÜBER
ADAM KLINGETEG
Freiberuflicher Fotograf
Adam wuchs in den tiefen Wäldern Südschwedens auf und wusste schon immer, dass er die Welt erkunden wollte. Als er die Kamera entdeckte, wurde dieser Traum Wirklichkeit. Da er in den letzten 12 Jahren hauptsächlich im Bereich Extremsport tätig war, führte ihn dies an extreme Orte wie zum Skifahren auf Spitzbergen bei -50 Grad oder zum Fotografieren von Surfern in Westaustralien bei +40 Grad. Heute lebt Adam in Stockholm, Schweden, und arbeitet zunehmend im kommerziellen Bereich, vor allem in der Automobilindustrie, aber immer noch mit denselben kreativen Ideen, die er beim Fotografieren von Extremsportarten hat. Einen Moment zwischen den gewöhnlichen einfangen und ein natürlich hervorgehobenes Bild zeigen.
VERWENDETE AUSRÜSTUNG